Fotografie: Kamera vs. Smartphone

Lohnt es sich heute überhaupt noch, eine Kamera zu kaufen, wenn im Smartphone doch bereits eine drin steckt? 

Die Fotoqualität aktueller Smartphones ist unbestreitbar beeindruckend. Wenn Sie privat einfach mal einen Moment festhalten wollen, dann spricht ein grosser Vorteil für das Smartphone: Sie haben es immer dabei und schnell zur Hand. Für Schnappschüsse eine sehr praktikable Option.

Da hört es allerdings auch wieder auf mit den Stärken gegenüber einer Kamera. Wir haben für Sie 3 Aspekte beleuchtet, in denen eine Kamera ein Smartphone noch immer in den Schatten stellt.

Sensor

Sensoren sind die Netzhaut von Kameras. Sie empfangen das Bild. Je grösser sie sind, umso mehr Licht fängt die Kamera auf. Es ist also gut, einen grossen Sensor zu besitzen.

Aus Platzgründen können Handys zur Zeit hiermit noch überhaupt nicht konkurrieren: Der Sensor eines Handys ist immer noch etwa 1/15 so gross wie der einer Vollformat-Kamera. So müssen diese das Bild mit dem Iso-Wert, der Lichtempfindlichkeit, kompensieren. Ein höherer Iso-Wert führt allerdings zu einem «Rauschen» im Bild. Ein sehr starker qualitativer Nachteil.

Bokeh

Die häufig angestrebten Unschärfebereiche ausserhalb des Fokuses nennt man Bokeh. Ein gutes Objektiv erzeugt dieses von Haus aus, obwohl auch die Qualität des Bokehs stark variieren kann, je nach Qualität des Objektivs. Besonders «schnelle» Objektive ( = mit hoher maximaler Blendenöffnung ) und Festbrennweite eignen sich dafür besonders gut. Das muss nicht einmal teuer sein, so erreicht man ein schönes Bokeh bereits mit dem billigsten Objektiv von Canon, dem Canon EF 50mm f/1.8 STM.

Handys haben im Vergleich zu einer professionellen Kamera, wie in Punkt 1 erwähnt, kleine Sensoren und aufgrund des Anspruchs, möglichst kompakt zu sein, keine Möglichkeit, ein Bokeh analog, also physikalisch zu erzeugen. Dies wird darum durch die Software kompensiert, in dem das Bokeh von der Kamera digital hinzugefügt wird. Die Technik hinter dieser Methode wird mit jedem Jahr besser, aber noch immer können geübte Augen digital erzeugte Bokehs von den «echten» unterscheiden. Während beispielsweise ein gutes Objektiv das Bokeh vor und hinter dem Fokus erzeugt, platziert die Handysoftware die Unschärfe einfach um das Motiv. Hierbei werden häufig auch Ränder nicht korrekt erkannt und so fallen auch die der Unschärfe zum Opfer.

Oversharpening/Überschärfung

Die Handy-Software ist auch hier wieder der Schwachpunkt. Um Bilder schärfer aussehen zu lassen, werden sie von Handys häufig digital nachgeschärft. Das Ergebnis hat mit einem professionellen Foto dann nicht mehr viel zu tun. Es ist schon vorgekommen, dass Handyproduzenten das Mass der sogenannten «Überschärfung» nach Kritik ihrer Kundschaft mit einem Update nach unten korrigiert haben.

nicht geschärft

geschärft
nicht geschärft
geschärft

Fazit:

Die technische Entwicklung macht zur Zeit jährlich riesige Sprünge. Es ist absehbar, dass Handys stand-alone-Kameras irgendwann auch für professionelle Bilder ablösen werden – Heute ist es jedoch noch nicht soweit. 


AutorIn:
Adrian Marmy
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